Burnout-Syndrom - Gabriela Šivic Burnout-Syndrom - Gabriela Šivic

WER IST GEFÄHRDET

Der erste Weg, der zum Burnout-Syndrom führt, ist häufig der Verlust von Idealen. Am Anfang steht die Begeisterung, ehrliche Freude über die neue Arbeitsstelle, Identifizierung mit neuen Aufgaben, mit dem Team von Kollegen usw.

Die Überstunden werden am Anfang als Vergnügen verstanden, weil die Mehrarbeit einen Sinn hat und hilft, die anfänglichen Ideale zu erfüllen. Im Lauf der Zeit tauchen jedoch Schwierigkeiten auf und die Ideale – wie schon erwähnt – stossen mit der Realität zusammen, die zeigt, dass nicht alles so ist, wie man sich das vorgestellt hatte. Da nicht immer alles gelingt, kann man auch das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten verlieren und in der Arbeit selbst keine Sinnhaftigkeit mehr sehen. Wie man sich mit einem solchen Konflikt auseinandersetzt, hängt selbstverständlich von der Unterstützung des Freundeskreises, des Arbeitsteams, der Familie und der Persönlichkeit des jeweilig Betroffenen ab.

Der zweite Weg führt über Workaholismus. Es handelt sich um Arbeitssucht, bei der der Betroffene einen inneren Zwang hat, viel zu arbeiten, was mehr und mehr Zeit und eigene Energie erfordert, die ihm dann zu fehlen beginnt. Der dritte Weg heißt Terror der Herausforderungen. Jeder neue Auftrag wird als eine interessante und lockende Gelegenheit verstanden, für die es Schade wäre, sie nicht zu nutzen. Später stellt sich jedoch heraus, dass das Erfüllen aller Aufgaben alle Zeit und Energie verbraucht. Wenn der Mitarbeiter nicht in der Lage ist, nachzulassen, kann es ihn nach einer bestimmten Zeit geradezu zum Burnout führen. In einem solchen Fall hat man meistens mit einem Mangel an Ordnung im Leben und mit einer schlimmeren Realitätswahrnehmung zu tun. Der Betroffene kann nicht genau im Voraus beurteilen, wie lange etwas ungefähr dauern wird und manchmal ist er nicht einmal fähig, neue Aufträge abzulehnen, d.h. nein zu sagen. Der Burnout entsteht jedoch nicht nur aus dem Übermaß an Arbeit und im Verlust von Idealen, sondern wird auch von weiteren Tatsachen im großen Maße unterstützt. Zu der bereits erwähnten Unfähigkeit „NEIN“ zu weiteren Aufgaben oder Verantwortungsbereichen zu sagen, kommt noch der andauernde Druck der anspruchsvollen Aufgaben während einer längeren Zeit oder gegebenenfalls persönlich hohe Ansprüche, die es dem Betroffenen schwierig machen, die Arbeit mit Kollegen oder Untergeordneten zu teilen. Auch die Bemühung, langfristig viel zu viele Ziele zu erreichen, beteiligt sich an der Entstehung des Burnouts. Nicht zuletzt sollte betont werden, dass auch eine große emotionale Unterstützung, die über einen längeren Zeitraum gegeben wird, eine unübersehbare Rolle spielt.